Kapitel 20
Hirth-Verzahnung

    20.1   Berechnungsmodul starten
    20.2   Geometrie
    20.3   Festigkeit
    20.4   Meldungsfenster
    20.5   Kurzhilfe
    20.6   Ergebnisse
    20.7   Dokumentation: Protokoll
    20.8   Berechnung speichern
    20.9   Button „Vorwärts“und „Zurück“
    20.10   Button „CAD“
    20.11   Einstellungen

20.1 Berechnungsmodul starten

Um das Berechnungsmodul für Hirth-Verzahnungen zu starten, klicken Sie in der Baumstruktur auf der linken Seite auf den Menüpunkt „Verbindungen“ und anschließend auf „Hirth-Verzahnung“.

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Abbildung 20.1: Allgemeiner Überblick

Die Hirth-Verzahnung (oder auch Stirnzahnverbindung) mit geraden, dreieckförmigen Zähnen gehört zu den Welle-Nabe-Verbindungen und ist ein formschlüssiges, selbstzentrierendes und leicht lösbares Verbindungselement. Diese Art von Verzahnung kommt in vielen Bereichen des Maschinenbaus zum Einsatz, um zum Beispiel Wellen, Scheiben, Rotoren, Räder und Kurbeln präzise miteinander zu verbinden, dabei exakt zu positionieren und um hohe Drehmomente zu übertragen. Eine Hirth-Verzahnung bietet eine Reihe an Vorteilen: zum einen ist sie sehr robust und zur Übertragung von Stoß- und Wechselkräften geeignet, zum anderen sehr platzsparend aufgrund der kleinen Baugröße. Die Montage und Demontage gestaltet sich einfach und schnell. Bei der Montage zentrieren sich die Teile selbst. Die Verzahnung kann mit sehr hoher Wiederholgenauigkeit demontiert und erneut montiert werden. Durch die modernen Werkzeugmaschinen und Fertigungsverfahren lässt sich die Verzahnung auch kostengünstig herstellen. Dabei kommen u.a. Schleifen und Fräsen zum Einsatz.

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Abbildung 20.2: Beispiel einer Hirth-Verzahnung

Eine Hirth-Verbindung ist wie folgt aufgebaut: In die Stirnflächen der beiden zu verbindenden Teile ist je eine radiale Verzahnung gefräst, der verbindende Bolzen spannt die beiden Werkstücke zusammen. Zahnflanken, Zahnscheitel und Zahngründe laufen in der Mitte der zu kuppelnden Welle zusammen. Infolge der Keilform der radial gestellten Zähne tritt beim Zusammenspannen eine Zentrierwirkung auf.

20.2 Geometrie

Das TBK-Modul für Hirth-Verzahnungen berechnet automatisch die Geometrie mit der Eingabe aus Zähnezahl, Außen- und Innendurchmesser, Flankenwinkel und Zahnfußradius.

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Abbildung 20.3: Geometrie

20.2.1 Zähnezahl

Für die Wahl der Zähnezahl sind meist mehrere Faktoren entscheidend: Bauraum, Anwendung, Werkstoff, Beanspruchung sowie das zu übertragende Drehmoment. Je nach Größe des Außendurchmessers werden 12, 24, 36, 48, 72 oder 96 Zähne gefräst (in Sonderfällen auch 144 oder 192 Zähne) und bei Bedarf auch anschließend geschliffen. Im Zweifelsfall wird die höhere Zähnezahl vorgezogen. Anbei finden Sie einige Empfehlungswerte:

Außendurchmesser

Zähnezahl

bis 30 mm

12 Zähne

von 30 bis 60 mm

24 oder 36 Zähne

von 60 bis 120 mm

36 oder 48 Zähne

über 120 mm

72 oder 96 Zähne

20.2.2 Methode zur Bestimmung des Fräsbahnwinkels

Der Fräsbahnwinkel \(\alpha \) ist der Winkel zwischen Fräsbahn bzw. Zahngrundkante und einer Ebene senkrecht zur Werkstückachse. Aus der Listbox lassen sich standardmäßig drei verschiedene Ausführungen wählen:

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Abbildung 20.4: Fräsbahnwinkel

20.2.3 Flankenwinkel der Zähne

\(\beta \)und \(\gamma \) sind die Flankenwinkel der Zähne, gemessen in einer Ebene senkrecht zur Fräsrichtung. Diese Winkel muss das Werkzeug (Fräser, Hobelmesser) ausweisen. Meistens werden die Zähne mit beidseitig gleichen Flankenwinkeln ausgeführt, doch kommen auch Fälle vor, wo man den Zähnen beidseitig verschiedene Flankenwinkel gibt. Die folgende Abbildung zeigt das Zahnprofil, welches bei Abwicklung des äußeren Durchmessers einer Hirth-Verzahnung entsteht.

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Abbildung 20.5: Abwicklung der Hirth-Verzahnung

20.2.4 Schrägverzahnt/Versatz

Eine Hirth-Verzahnung kann mit gerad- oder schräggefrästen Zähnen ausgeführt werden. Das Modul ermöglicht momentan nur geradgefräste Hirth-Verzahnungen.

20.2.5 Zahnfußradius und Zahnspitzenspiel

Im Zahngrund wird ein Radius vorgesehen, der aus Herstellungsgründen über die ganze Länge der Zahngrundkante konstant sein muss. An der Zahnspitze wird eine Abflachung vorgesehen, deren Breite ebenfalls längs des ganzen Zahnkopfes konstant ist. Hier sind einige Empfehlungswerte für den Zahnfußradius \(r\) sowie das Zahnspitzenspiel \(s\).

Zahnfußradius \(r\)[mm]

0,3

0,6

0,9

Zahnspitzenspiel \(s\)[mm]

0,4

0,6

0,9

Zusätzlich können Sie das Eingabefeld für das Zahnspitzenspiel über die Schloss-Funktion manuell freischalten und Ihren eigenen Wert eingeben. Klicken Sie erneut auf den Schloss-Button, wird wieder der Standardwert gesetzt.

20.2.6 Geometrieauswahl

Klicken Sie auf den Button „Geometrie Auswahl“, um übliche Abmessungen für Hirth-Verzahnungen aus einer integrierten Datenbank auszuwählen. Hier sind Durchmesser von 50 bis 900 mm wählbar – jeweils mit passender Zähnezahl, Innendurchmesser und Zahnfußradius.

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Abbildung 20.6: Auswahl der Geometrie

20.3 Festigkeit

Die zulässigen Pressungen der Hirth-Verzahnung berechnen sich aus den Werkstoffeigenschaften analog der DIN 6892 für Passfederverbindungen.

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Abbildung 20.7: Berechnung der Festigkeit

20.3.1 Bohrungen

Zur Hirth-Verzahnung lassen sich Bohrungen sowie ein Bohrungsdurchmesser hinzufügen. Diese reduzieren die für die Drehmomentübertragung zur Verfügung stehende Flankenfläche.

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Abbildung 20.8: Beispiel für eine Hirth-Verzahnung mit Bohrungen

20.3.2 Traganteil

Infolge von Fertigungsabweichungen verteilt sich die Flankenpressung nicht gleichmäßig auf alle Zähne (d.h. über den Umfang). Dies wird durch den Anteilfaktor berücksichtigt. Während in gefräster Ausführung ein Traganteil bis ca. 65% erreicht werden kann, wird bei geschliffener Ausführung ein Traganteil bis zu 75% erreicht. Dadurch erhöht sich nicht nur die Genauigkeit, sondern auch das übertragbare Drehmoment.

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Abbildung 20.9: Traganteil

Wählen Sie in der Listbox die Option „eigene Eingabe“, dann haben Sie die Möglichkeit, einen eigenen Traganteil festzulegen. Bestätigen Sie Ihre Eingaben mit der Enter-Taste.

20.3.3 Werkstoffauswahl

Wählen Sie einen Werkstoff direkt aus der Listbox oder klicken Sie auf den Button „Werkstoff“, um in die Werkstoffdatenbank zu gelangen.

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Abbildung 20.10: Werkstoffauswahl

In der Werkstoffdatenbank erhalten Sie detaillierte Informationen zu den einzelnen Werkstoffen. Klicken Sie sich mit Hilfe der Cursor-Taste nach unten durch die Listbox. Somit lassen sich die einzelnen Werkstoffe anhand ihrer Eigenschaften schnell miteinander vergleichen.

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Abbildung 20.11: Werkstoffdatenbank

Weiterhin können die Werkstoffdaten auch individuell vorgegeben werden. Wählen Sie hierzu in der Listbox unter „Werkstoff“ den Eintrag „Eigene Eingabe“ aus.

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Abbildung 20.12: Eigene Eingabe eines Werkstoffes

Die Eingabefelder werden aktiviert und Sie können einen eigenen Werkstoff vorgeben. Dabei können Sie zum Beispiel Werkstoffart, Streckgrenze, Stützfaktor oder auch Härteeinflussfaktor definieren. Bestätigen Sie anschließend mit dem „OK“-Button.

20.4 Meldungsfenster

Das Berechnungsmodul enthält ein Meldungsfenster, in denen Informationen, Hinweise oder Warnungen aufgelistet werden. Die TBK-Software erkennt bereits während der Dateneingabe auftretende Fehler und zeigt Ihnen sogleich Lösungsvorschläge im Meldungsfenster an. Wenn Sie die verschiedenen Hinweise und Warnungen beachten und befolgen, lassen sich schnell Fehler in Ihrer Berechnung beheben.

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Abbildung 20.13: Meldungsfenster

20.5 Kurzhilfe

Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Eingabefeld oder über einen Button, so erhalten Sie zusätzliche Informationen, die Ihnen in der Kurzhilfezeile angezeigt werden.

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Abbildung 20.14: Kurzhilfe

20.6 Ergebnisse

Infolge der Zahnflankenneigung ergibt sich eine Axialkraft, im zusammengepressten Zustand stützen sich die Zähne bei ausreichender Vorspannkraft gegenseitig ab. Die Ergebnisse für die Sicherheit, Axialkraft, Pressung und Vorspannkraft werden bereits während jeder Eingabe berechnet und immer aktuell im Ergebnisfeld angezeigt.

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Abbildung 20.15: Ergebnisse

Es wird nach jeder abgeschlossenen Eingabe neu durchgerechnet. Dadurch werden jegliche Veränderungen der Eingabewerte auf die Ergebnisse schnell sichtbar. Werden die Mindestsicherheiten nicht erfüllt, so wird das Ergebnis mit einer roten Markierung angezeigt. Grundsätzlich können Sie jede Eingabe mit der Enter-Taste oder mit einem Klick in ein neues Eingabefeld abschließen. Alternativ können Sie mit der Tab-Taste durch die Eingabemaske springen oder nach jeder Eingabe auf den Button „Berechnen“ klicken. Auch hierbei werden die Werte entsprechend übernommen und die Ergebnisse sofort in der Übersicht angezeigt.

20.7 Dokumentation: Protokoll

Nach Abschluss Ihrer Berechnungen haben Sie die Möglichkeit, ein Protokoll zu generieren. Klicken Sie dazu auf den Button „Protokoll“, um das Protokoll zu öffnen.

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Abbildung 20.16: Button „Protokoll“

Das Protokoll enthält ein Inhaltsverzeichnis. Hierüber lassen sich die gewünschten Ergebnisse schnell aufrufen. Es werden Ihnen alle Eingaben sowie Ergebnisse aufgeführt. Das Protokoll steht Ihnen im HTML- und im PDF-Format zur Verfügung. Sie können das erzeugte Protokoll zum Beispiel im HTML-Format abspeichern, um es später in einem Web-Browser wieder oder im Word für Windows zu öffnen. Das Berechnungsprotokoll lässt sich speichern oder drucken:

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Abbildung 20.17: Auszug aus dem Protokoll

20.8 Berechnung speichern

Nach der Durchführung Ihrer Berechnung können Sie diese speichern. Sie haben dabei die Möglichkeit, auf Ihrem Rechner zu speichern. Klicken Sie auf den Button „Speichern“ in der obersten Zeile des Berechnungsmoduls.

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Abbildung 20.18: Button „Speichern“

Geben Sie im Window-Dialogfenster unter „Dateiname“ den Namen Ihrer Berechnung ein und klicken Sie anschließend auf den Button „Speichern“.

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Abbildung 20.19: Windows-Dialog zum Speichern

20.9 Button „Vorwärts“ und „Zurück“

Mit dem Button „Zurück“ können Sie vorhergegangene Eingaben zurücksetzen. Wenn Sie eine rückgängiggemachte Eingabe wiederherstellen wollen, dann klicken Sie auf den Button „Vorwärts“.

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Abbildung 20.20: Button „Vorwärts“ und „Zurück“

20.10 Button „CAD“

In der obersten Zeile des Berechnungsmoduls finden Sie den Button „CAD“.

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Abbildung 20.21: CAD-Ausgabe

Auf Basis Ihrer Berechnung lässt sich über diesen Button die Hirth-Verzahnung mit Hilfe der eAssistant-CAD-Plugins in einem 3D-CAD-System, wie zum Beispiel SOLIDWORKS, Solid Edge oder Autodesk Inventor, erzeugen.

20.10.1 TBK 3D-CAD-PlugIn

Auf Basis Ihrer Berechnung kann mit dem TBK CAD-PlugIn die Hirth-Verzahnung featurebasiert im 3D automatisch erstellt werden. Klicken Sie auf den Button „CAD“, anschließend wählen Sie das entsprechende CAD-System für den Export aus.

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Abbildung 20.22: Datenausgabe CAD-PlugIn

Öffnen Sie jetzt ein CAD-System. Über einen integrierten Menüpunkt „TBK“ im CAD-System können Sie mit der Generierung der berechneten Verzahnung starten.

Hinweis: Das entsprechende TBK CAD-PlugIn muss bereits auf Ihrem CAD-Rechner installiert sein. Das Plugin steht zum Download auf unserer Webseite www.tbksoft.eu bereit.

Zu den entsprechenden 2D-Ableitungen der Zahnräder können jederzeit per Mausklick auch die Herstelldaten auf eine Zeichnung plaziert werden.

Hinweis: Benötigen Sie nähere Informationen zum TBK CAD-Plugin, so können Sie sich jederzeit gern an uns wenden. Weitere Einzelheiten erfahren Sie auch über unsere Webseite www.tbksoft.eu oder in dem Hilfe-Manual zum TBK CAD-PlugIn, welches Sie auch auf der Webseite finden können.

20.11 Einstellungen

Klicken Sie auf den Button „Einstellungen“ in der obersten Zeile des Berechnungsmoduls. Diese Option gibt Ihnen die Möglichkeit, Standardeinstellungen im Berechnungsmodul zu ändern.

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Abbildung 20.23: Button „Einstellungen“

Sie können hier die Mindestsicherheit sowie das Einheitensystem verändern. Außerdem lässt sich die Anzahl der im Protokoll angegebenen Nachkommastellen anpassen.

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Abbildung 20.24: Einstellungen